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Medulläres Schilddrüsenkarzinom

Register Schilddrüsenkarzinom

Das Medulläre Schilddrüsenkarzinom ist ein seltener maligner Tumor, der von den neben den Schilddrüsenfollikeln liegenden (parafollikulären) C-Zellen der Schilddrüse ausgeht. 75% der Fälle treten sporadisch auf, die übrigen sind familiär bedingt und können u.a. als Multiple endokrine Neoplasien (MEN 2a und 2b) in Erscheinung treten.
Bei insgesamt ca. 6000 Neuerkrankungen von Schilddrüsenkarzinomen pro Jahr in Deutschland, macht das medulläre Karzinom etwa 5% der Schilddrüsenkarzinome aus (300 Patienten).  Es kann prinzipiell in jedem Lebensalter auftreten, mit einem Gipfel zwischen dem 40. Und 50. Lebensjahr,  die familiären Formen treten aber nicht selten schon im Kindes- und Jugendalter auf.

Symptome

Der Großteil der Karzinome, vor allem der kleineren, verhält sich klinisch unauffällig. Deshalb werden viele Karzinome bei Routineultraschalluntersuchungen der Schilddrüse festgestellt. Erst bei zunehmender Tumorgröße ertasten Erkrankte (meist schmerzlose) derbe Knoten am Hals. Durch Druck auf oder Infiltration des Tumors in z.B. Kehlkopf, Luft- und Speiseröhre kann es zu Heißerkeit, Atemnot oder Schluckbeschwerden kommen. Seltener oder zumeist spät im Krankheitsverlauf herrschen Allgmeinsymptomen wie Durchfall, Abgeschlagenheit oder Gewichtsabnahme vor.

Behandlung in Würzburg

Am Universitätsklinikum Würzburg wurden  in Kooperation der Endokrinologie mit der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin mehrere Zulassungsstudien durchgeführt, u.a. zu Cabozantinib (XL-184) und Lenvatinib (E7080) (Rekrutierung abgeschlossen). In naher Zukunft wird erwartet, dass eine Studie zu Nintedanib in Würzburg durchgeführt wird. Ansprechpartner dafür sind Prof. Fassnacht und Dr. Kroiß.

Bei Vorliegen eines medullären Schilddrüsenkarzinoms sollte Kontakt mit einem spezialisierten Zentrum aufgenommen werden.